Author: bonario
• Mittwoch, Oktober 21st, 2009

Herbstarbeit in der Obstplantage

Die Ernte ist unter Dach und Fach aber die Arbeit nimmt kein Ende. Wir haben eine erfolgreiche Obsternte eingefahren und können etwas durchatmen. Wenn man sich die Ernteergebnisse anschaut überlegt man was hat man richtig, aber auch was hat man falsch gemacht. Welche Maßnahmen kann man treffen um noch erfolgreicher seinen Obstbaubetrieb zu führen.

Selbst in den kälter werdenden Oktobertagen geht die Arbeit weiter. Es gibt ein schönes Sprichwort das dort lautet , Nach der Ernte ist vor der Ernte „ ich glaube dies trifft des Pudels Kern. Die Alt aber auch Junganlagen sind auf Wühlmaus und auch auf Schermausbefall zu überprüfen. Bei einem Befall sind geeignete Bekämpfungsmaßnahmen zu treffen. Dazu gibt es eine Reihe von Pflanzenschutzmittel oder Rodentizide die angewendet werden dürfen.

Bäume die nicht mehr ertragreich sind werden gerodet. Leider muss man mitunter auch Bäume roden die völlig gesund sind, aber deren Obst sich nicht mehr vermarkten lässt. Das Land muss vorbereitet werden für Neuanpflanzungen. Dafür werden bodenbearbeitende Maßnahmen durchgeführt. Der Boden muss gut gelockert und Nährstoffreich sein. Lange vorher hat der Obstbauer seine Bäume bestellt in der Regel benötigt die Baumschule zwei bis drei Jahre Vorlauf. Die meisten Sorten werden nur auf Bestellung in der Baumschule veredelt und dann geliefert. Selbstverständlich gibt es immer ein bestimmtes Obstbaumangebot, aber dort entscheidet letztendlich wie schnell sind bestimmte Sorten vergriffen.

In der Regel sind zwei Veredelungsmetoden gebräuchlich, die Okulation und die Kopulation. Bei der Okulation wird der Trieb der Unterlage kurz über der Wurzel abgeschnitten, danach wird eine knospe der Edelsorte unter die Rinde der Unterlage geschoben. Dieser wächst dann in die Höhe. Durch geeignete Schnittmaßnahmen wird daraus ein junges Edelobstbäumchen. Durch die Kopulation als zweite Methode wird der Trieb der Unterlage und des Edelreis zackenartig eingeschnitten ineinander geschoben und mit Veredelungsgummi oder Band fest zusammengedrückt. Dabei ist es wichtig, dass die Kambium Schichten mit einander verbunden sind. Anschließend werden die Veredelungsstellen mit Lac Balsam versiegelt um Verdunstung und Austrocknung zu vermeiden.

Die Apfelbäume sind meist auf eine schwach wachsende Unterlage veredelt z.B. M9. Auf Grund der Unterlage haben die Bäume eine natürliche Wachstumsbremse. Der Grund dieser Maßnahme ist ein möglichst hoher Früchteertrag und wenig vegetatives Wachstum also wenig Holz zu erzielen. Ein weiterer Vorteil liegt in dem weit früher einsetzenden hohen Ertrag gegenüber anderen Veredelungen.

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Da diese Bäume nicht standfest sind auf Grund der schwach wüchsigen Unterlage benötigen diese ein Gerüst. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Vorherrschend sind dabei Holzkiefernpfähle geschält gespitzt in Teeröl oder in Salzimprägnierung. Aber auch Betonpfähle werden immer mehr verwendet. Bei geeigneten Systemen ist es auch möglich Hagelschutz und Regenschutz Netze zu montieren. Zwischen den einzelnen Stellagen werden Drähte gespannt. Diese Drähte werden zum Beispiel mit Gripple Spannern verbunden und gespannt. Am Ende wird die Anlage mit Erdankern ausgesteift.

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